Samstag, 1. April 2017

You are wanted - Staffel 1 [Rezension]

Bildquelle: *klick*
 

     You are wanted - Staffel 1

     Genre: Thriller, Drama

     Erscheinungsjahr: 2017

     Episoden: 6


     FSK: 12

Der Alltag des jungen Hotelmanagers und Familienvaters Lukas Franke ändert sich abrupt, als jemand seine persönlichen Daten hackt und beginnt, Lukas’ Lebensgeschichte zu manipulieren. Als ihn das Bundeskriminalamt plötzlich verdächtigt, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, sogar seine Frau Hanna ihm gegenüber misstrauisch wird und schließlich auch sein Kind bedroht wird, beschließt Lukas, einen Gegenangriff zu starten. Dock wenn er nicht weiß, wer hinter der Verschwörung steckt, wird es fast unmöglich sein altes Leben zurückzubekommen.


Da die Serie als Amazon Original erst frisch ins Amazon Prime Sortiment eingetroffen ist und schon monatelang groß angepriesen wurde, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, die gesamte Staffel in einem Rutsch durchzuschauen. Auch, wenn ich deutschen Serien gegenüber immer recht skeptisch bin, da sie oft nur eine Adaption bekannter amerikanischer Serien sind, die meine Erwartungen nie wirklich erfüllen können; die Grundidee von „You are wanted“ hat mich sehr angesprochen und ich bereue es definitiv nicht, den Versuch gewagt zu haben. 

Natürlich gibt es von der Handlung her Parallelen zu anderen Serien oder Filmen, was mittlerweile aber kaum noch zu vermeiden ist, immerhin ist das Angebot mehr als riesig. Trotzdem finde ich, dass die hier gebotene Story sehr gut umgesetzt wird; jede der Episoden bringt in einem sehr rasanten Tempo neue Informationen ans Licht, die sich langsam aber sicher zu einem Gesamtbild zusammenfügen, das dank vieler unvorhersehbarer Wendungen nicht zu leicht zu erkennen ist. 
Mit gerade einmal sechs Folgen ist die Staffel recht kurz geraten, wodurch die Handlung aber nicht künstlich in die Länge gezogen wird, wie es bei vielen anderen Serien der Fall ist, und der hohe Spannungsgrad so immer erhalten bleibt. Ob es nun realistisch ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden; ich jedenfalls hatte keine Probleme damit nachzuvollziehen, warum Lukas beispielsweise nicht einfach gleich zur Polizei gegangen ist, immerhin wird deutlich genug gezeigt, warum er das nicht tut und wenn man sich ein bisschen darauf einlässt, dürfte kaum noch jemand darüber klagen. 

Erst im Nachhinein fällt mir auf, dass es mir persönlich zu viele Actionszenen gab. Auch wenn es mir beim Schauen nicht direkt aufgefallen ist, weil ich so gepackt war; ein wenig überladen wirkt es nach der vierten Verfolgungsjagd dann schon und Spannung war eigentlich genug da, sodass man sich auch stattdessen mehr auf die Hacker-Hintergründe einlassen hätte können, welche ich unglaublich spannend finde. Gerade weil es auch ein aktuelles Thema hier ist, ist es sowohl interessant als auch beunruhigend zu sehen, was ein gut ausgearbeiteter Hacker-Plan alles anrichten kann. Und gerade diese Elemente werden sehr treffend umgesetzt und verdeutlicht, weshalb ich auch so gefesselt war. 

Zusätzlich empfinde ich die Wahl der Schauspieler auch als passend. Zwar sind die typischen deutschen Stars dabei, von denen die meisten der Zuschauer auch sicherlich ein allgemeines Rollenbild haben; wenn man sich auf ihre neuen Rollen einlässt, gelingt es allen Schauspielern ihre Figuren überzeugend darzustellen, auch, wenn einige eher einem typischen Klischee entsprechen. 
Das Highlight der Serie ist hierbei natürlich Matthias Schweighöfer, von dessen grandioser Darstellung des Lukas, ich, trotz geringer anfänglicher Skepsis, wirklich durchgängig vollkommen überzeugt war. 

Das Einzige, was es für mich zu „bemängeln“ gäbe, ist die teilweise etwas undeutliche Aussprache der Schauspieler. Natürlich trägt es zur Stimmung bei, die Stimme zu verstellen, wenn man sie dann aber vollkommen senkt, schneller redet und zusätzlich noch beginnt zu nuscheln, versteht man leider nicht mehr viel vom Gesagten. Wirklich gestört hat es mich nicht, weshalb ich es auch nicht als großen Kritikpunkt ansehe, aber mir ist es nun einmal des Öfteren aufgefallen.

„You are wanted“ konnte mich trotz meiner anfänglichen Skepsis mit einer spannenden, rasanten und interessanten Story vollkommen überzeugen. Die Schauspieler leisten gute Arbeit; Matthias Schweighöfer, in meinen Augen, sogar eine Glanzleistung. Da das Ende der ersten Staffel definitiv Lust auf mehr gemacht hat, warte und hoffe ich jetzt sehnsüchtig auf eine Fortsetzung. .
5 von 5 möglichen Herzen

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